Trockentoiletten – die hygienische und umweltfreundliche Campingtoilette

In die Kategorie Trockentoilette fallen alle Toiletten, die auf eine Wasserspülung verzichten.  Trockentoiletten funktionieren zudem ohne Chemie. Damit eignen sie sich optimal für Orte ohne Wasseranschluss.

Ein kurzer Ausflug in die Geschichte

Trockentoiletten wurden schon in der Antike eingesetzt und wurden in unseren Breiten noch bis Ende des 20. Jh. auf Dörfern in Form des Plumpsklos verwendet.

Auch in Städten ohne Abwasserentsorgung waren Plumpsklos früher weit verbreitet. Die Fäkalien wurden in Jauchegruben gesammelt und regelmäßig abgepumpt. Der Komfort dieser Toiletten war weitgehend den Wasserklosetts nachempfunden. Gespült wurde aber nicht, sondern stattdessen eine Klappe am unteren Ende des Keramikbeckens geöffnet und bei Bedarf mit etwas Wasser aus einer daneben stehenden Kanne nachgeputzt.

Im alten Rom waren Plumpsklos mit mehreren Sitzen (ohne Trennwand) zur Benutzung durch mehrere Personen gleichzeitig verbreitet. Dort galt der Toilettengang als gesellige Angelegenheit, Händler konnten über Geschäftliches reden, noch heute spricht man von der Verrichtung des Geschäfts. Das Plumpsklo kann als Weiterentwicklung des Stehklos mit einem horizontal angebrachten Balken zum Sitzen (im Volksmund „Donnerbalken“) angesehen werden.

Insbesondere in ärmeren Ländern sind Plumpsklos auch heute noch häufig zu finden.

Auch in den ländlichen Gegenden Schwedens und Finnlands kommen Plumpsklos noch relativ häufig vor. Man findet sie vor allem im Zusammenhang mit älteren Gebäuden, die heute als Freizeithäuser verwendet werden. Die schwedische Bezeichnung ist „Dass“ oder „Utedass“ (Außenklo), was auf den Artikel im deutschen Begriff „das Haus“ zurückzuführen ist. Für die Entsorgung der Fäkalien sorgt gegen Gebühr die Gemeinde.

Wie funktionieren Trockentoiletten?

Eine Trockentoilette läuft ohne Wasser und Chemie. Der Kot samt Urin fällt (bzw. plumst) in  einen Kasten und verbleibt dort, bis der Kasten gefüllt ist und der Inhalt entsorgt wird.  Traditionell landen die Fäkalien in einer Grube, die – sobald sie voll ist – zugeschüttet und eine neue in einiger Entfernung ausgehoben wird. Dieser Vorgang wiederholt sich zyklisch („wanderndes Plumpsklo“). Plumpsklos sind von anderen Trockentoiletten, wie zum Beispiel Komposttoiletten oder Trockentrenntoiletten, zu unterscheiden.

Eine Spezialform der Trockentoilette ist die sogenannte Trocken-Trenn-Toilette. Hier wird die natürliche Trennung menschlicher Ausscheidungen beibehalten, indem Urin und Exkremente getrennt aufgefangen werden. Der Urin wird entweder in die Kanalisation abgeleitet, auf einer Lehmwand verrieselt oder, bei mobilen Lösungen, in einem Behälter aufgefangen. Verdünnt kann Urin als Dünger eingesetzt werden. Die festen Exkremente und das Toilettenpapier werden in einem Behälter unter der Toilette aufgefangen.

Bei der Variante Komposttoilette werden die Exkremente mit saugfähigem Substrat wie z.B. Stroh, Sägespäne oder Kokosfaser bedeckt oder vermischt anschließend kompostiert

Vor- und Nachteile von Trockentoiletten

Vorteile

  • Es wird kein Wasser zur Spülung benötigt
  • Kein Einsatz von chemischen Zusätzen
  • Umweltschonend
  • Unabhängigkeit von speziellen Entsorgungsstationen

Nachteile:

  • Einsatz von Zubehör wie Auffangbeutel oder Stroh zum Trocknen der Fäkalien
  • Wenn Fäkalien verbrannt werden: Strom- oder Gasverbrauch
  • Höhere Anschaffungskosten

Literatur

Berger, W. (2015). Kompost-Toiletten für Garten und Freizeit, Ökobuch Verlag, Germany, ISBN 978-3-936896-79-4

Wikipedia – Plumpsklo

Wikipedia  – Komposttoilette