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 1. Deutsches Allrad-FUSO Forum

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Was mit unserem Fuso Canter 4x4 geschah...
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FUSEL
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20. Februar 2018 - 19:33
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Hallo zusammen,

gerne hätten wir ganz viel Positives zum Thema Fuso Canter 4×4 geschrieben, stattdessen erlebten wir eine Katastrophe mit diesem Fahrzeug und dessen Aufbauer. Inzwischen steht das Fahrzeug wieder auf dem Hof seines Erzeugers.

Anbei der letztes Teil der Odyssee mit dem Fuso Canter 4×4 DoKa:

** you do not have permission to see this link **

Möge Euch ein solches Schicksal niemals ereilen!

Liebe Grüße aus Dubai mit einem Mercedes Benz 1120 AF,

Nicole

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Gode_RE
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2
22. Februar 2018 - 16:42
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Hallo Nicole und Alex,

es macht betroffen zu lesen, was Ihr mit Eurem Mobil erlebt habt. Ich kann mir vorstellen, wie sehr die Freude an dem einst mit viel Herzblut begonnenen Fernreisemobilprojekt immer mehr abgenommen hat. Um so besser, dass Ihr es zwischenzeitlich zumindest so lösen konntet, dass es nicht zum ganz großen Desaster für Euch geworden ist.

Einige Dinge sind mir aus Eurem Bericht klar geworden: Für echte Fernreisen in Länder, wo die Dieselversorgung nicht auf dem europäischen Standard ist, nimmt man besser kein aktuelles modernes Fahrzeug, sondern einen älteren „Allesfresser“. Oder man trifft entsprechend technische Vorsorge – da weiß ich nicht, ob das mit entsprechenden Kraftstofffiltern auszugleichen ist.

Und das betrifft auch die bekannterweise desaströse Werkstattversorgung in Ländern ausserhalb der eigenen Sprache. Da kann ich mir allein die Hilflosigkeit und Ohnmacht vorstelllen, die Ihr in der Kommunikation über mehrere Ländergrenzen hinweg erfahren musstet. Die Werkstattversorgung ist ja schon hierzulande manchmal an Qualitätverlust nicht mehr zu unterbieten. Aber in solchen Entwicklungsländern wie Ungarn und anderen ostzonalen Drittweltstaaten sieht´s nochmal anders aus. Da taugen für Fernreisen vermutlich nur die altbekannten Trecker wie MAN und alte Daimlers, aber keinesfallls Hightech-Fahrzeuge, die nur für die Straße gebaut sind.

Und ja, die 4×4-Eigenschaften eines immerhin nur die Hälfte bis ein Drittel gegenüber „richtigen Offroadern“ kostenden Trucks können auch nicht vergleichbar sein mit MAN, KAT und Daimlern der 80er Jahre. Dieser Aufkleber, der besagt, dass der Fuso 4×4 nicht offroadtauglich sei (im Sinne von Garantie!) ist mir auch schon aufgefallen. 

Was mich aber massiv verstört hat, ist Euer Bericht über die Nichteinhaltung der Aufbaurichtlinien. Wenn´s so ist, wie aus dem Bericht deutlich wird, dann liegt darin genügend Munition für Fuso und Daimler, die Garantie berechtigt in Frage zu stellen. Wie kam es dazu, dass die Aufbaurichtlinien nicht eingehalten wurden? 

Gut, dass Ihr Euch mit Eurem Bericht mal den ganzen Frust von der Seele geschrieben habt. Vielleicht ist auch der eine oder andere gewarnt, überzogene Vorstellungen in einen Fuso zu stecken. Für unsere Vorstellungen wird der sicher ganz perfekt geeignet sein, die bisherigen Erfahrungen weisen darauf hin. Aber wenn man mehr will und was wüstentaugliches, dann vielleicht besser einen gebrauchten MAN von der VEBEG oder das Doppelte und Dreifache für nen Neufahrzeug anlegen – einschließlich der dann erforderlichen höheren Führerscheinklasse, Dieselverbrauch und sonstigen Kosten. Der Fuso ist nunmal ein Lowbudget-LKW.

Alles Gute Euch und vor allem jetzt viel Frieden mit dem neuen Fahrzeug!

LG Gode

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danieldd
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22. Februar 2018 - 18:35
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Nun ja für den, den es trifft ist die Situation blöd.

Schade dass bei dem Kaufpreis die Aufbaurichtlinien so ignoriert wurden. Danke auch für das Teilen der information im Forum.

Aus eigener Erfahrung kann ich sagen, dass es schon aufwändig ist, sich beim Daimler die verschiedenen Unbenklichkeiten einzuholen. Mancher aufbaust verlässt sich da halt zu sehr auf seinen lokalen TÜV Prüfer. Das bringt dann trotz Eintragung und Einzelgutachten Stress im Garantie Fall .

Ich gehe davon aus, dass die meisten Fuso mit Wohnkabine als Womo angemeldet sind, und damit auch ohne Begrenzer fahren.

Das bedeutet bei Ausladung unter die Maximalkante und hohen Geschwindigkeiten maximalen Verschleiß !

Wer im kalten viel fährt, sollte auch die Öle tauschen, wie auch die Warmlandfahrer (Handbuch)

Kommt dann noch eine single Bereifung mit größerer Dimension, dann sind die Kraftverhältnisse in den getrieben nicht mehr ok. 

Ggf müssten die andere Achsen, die es gibt rein, also eher die vom 9c18 auf dem 6c18 …..

Jetzt kann ja Mal jeder seinen aufbauer fragen ob die Aufbaurichtlinien auch eingehalten sind 

Mit single Rädern schon Mal sicher nicht….

Gerade beim Lkw cost Lkw müssen die Spielregeln genau beachtet werden….

Gruß Daniel 

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Marcopolo
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26. Februar 2018 - 11:29
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Hallo Nicole,

was ich hier lese, macht mich arg nachdenklich, da wir in unserer weiteren Zukunftsplanung den Fuso mit Wohnkabine als eine sehr attraktive Lösung sehen. Wir wollen damit Langzeitreisen unternehmen und dabei steht eine Tour von Skandinavien bis in den südöstlichen Balkan – bis Georgien- auch auf dem Plan. Ohjeh

Egal ob nun Eure Beispiel ein Einzelfall ist/wäre, beschäftigt mich das was alles an Details hier aufgeführt ist.

Wenn das Bild der Doka das Eure darstellt, ist mir im Moment nur ein Aufbauer bekannt (aber ich bin noch neu im Geschäft und kenne sicher nicht alles was es gibt) und wenn dem so wäre, wäre ich mehr als überrascht, dass hier die Vorschriften nicht beachtet wurden.

Wenn Ihr nun auf eine MB umgestiegen seid, musstet Ihr auch den Lkw Führerschein machen – oder bleibt Ihr unter 7,5t, was bei einem schweren Fahrgestell wie MB kaum möglich scheint.

 

LG

vomUjo

ISUZU mit Nordstar; 7,5t Allradler mit "Wohnbox" in Planung 

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Gode_RE
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26. Februar 2018 - 17:15
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Hallo Ujo,

da ich um Dein Ringen um die richtige Entscheidung weiß, möchte ich unter Einbeziehung der Berichterstattung von Nicole etwas Generelles dazu sagen:

1. Mit dem Umbau von der Zwillingsbereifung auf die Einzelbereifung wird die Aufbaurichtlinie bereits verlassen, und zwar entscheidend. Fuso hat in seinem Aufbauportal noch einmal in 2017 extra darauf hingewiesen, dass aus technischen Gründen einer Umrüstung auf Einzelbereifung nicht zugestimmt wird. Damit erlischt bereits die Garantie für alle Schäden im Zusammenhang mit dem Fahrwerk. 

Davon unberührt bleibt die Möglichkeit, dass der Umrüster nun seinerseits Garantiezusagen gibt. Die dürfen dann aber nicht nur auf die Umrüstung an sich beschränkt sein, sondern über all das, was Fuso (aufgrund der Umrüstung!) danach aus dem Garantieumfang herausnimmt. Ich glaube, das war dem Aufbauer nicht wirklich klar. Und dem Kunden auch nicht, sonst wäre es nicht zu den rechtlichen Irritationen gekommen, die sich aus der Berichterstattung heraus lesen lassen.

2. Wenn man sich die Aussage von Fuso (in dem Aufkleber) vor Augen führt, der das Fahrzeug trotz 4×4-Antrieb ausdrücklich nur für den „Betrieb auf befestigten Straßen“ bestimmt, dann muss man wohl nüchtern feststellen, dass der Fuso 4×4 nach Intention seiner Erbauer kein für Offroad taugliches Fahrzeug ist. Bei dem Fahrzeug von Nicole und Alex kommt nach meiner Einschätzung noch der lange Radstand und die riesige Wohnkabine hinzu. Beides könnte für ein Fahrzeug mit dermaßen weichem Rahmen noch zusätzlich die Offroad-Tauglichkeit verringert haben. 

3. Die hier von vielen geschilderte Problematik der viel zu harten Federung – und der damit verbundenen Umrüstung – verschärft dieses Problem noch weiter. Abgesehen von den erheblichen Kosten dafür liefert dies Fuso weitere Munition, das Verlassen der Aufbaurichtlinie anzuführen. 

 

Ich möchte daher an dieser Stelle noch einmal eine Lanze für die 2 × 4 Variante mit werksseitiger Zwillingsbereifung brechen. All diese Fahrwerksprobleme, Zusatzkosten für notwendige Umrüstungen und (sehr viel) höhere Inspektionskosten entfallen dort, mal abgesehen auch von den weitaus geringeren Anschaffungskosten. Und mit der werksseitigen Lieferung von „All-Terrain“-Reifen ist die Eigenschaftszusicherung für „All-Terrain“ inkludiert, ohne dass hier ein garantie-einschränkender Aufkleber zu finden wäre. 

Wir haben uns das auch drei mal überlegt, ob wir die ohnehin gegenüber „echten“ Offroadern (MAN, KAT, Daimler) recht eingeschränkte 4×4 Tauglichkeit wirklich brauchen. Die meisten Strecken werden wir auf Asphalt zurücklegen, und sogar für Schotterpiste, Feld- und Waldwege ist das Fahrzeug ja durch die All-Terrain-Reifen ab Werk vorgesehen und durchaus tauglich. Mit unseren Schleuderketten (ab Werk) haben wir auch mehr Grip, als reine 2×4 Fahrzeuge, also ein guter Kompromiss.

Wofür unser 2×4 nicht tauglich sein wird – letztlich aber vor allem bedingt durch unsere Variante mit ebenso extrem langem Radstand und schwerer Wohnkabine – sind komplett unbefestigte Geländeformen wie Wüste, Steinbruch und von Gräben oder querliegenden Bäumen durchzogene Freiflächen. Nicht umsonst ist der Fuso Canter auch so viel preiswerter und leichter (!) als die „echten“ Offroader.

Letzteres war für uns auch hinsichtlich Führerscheinfrage und Zuladungskapazität ein höchst attraktives Alleinstellungsmerkmal für den Fuso, was wir nirgends anders vorgefunden haben. Das muss man auch anmerken. Man kann glaube ich nicht alles haben. Problematisch wird es, wenn man einerseits aus Kostengründen und Führerscheinaspekten auf einen „echten“ Offroader verzichten will, dann aber den Fuso wie einen solchen nutzen möchte. Der Fuso hat seine Qualitäten, weswegen wir uns dafür entschieden haben. Ganz klar! Innerhalb derer gilt es den Fuso auch zu nutzen. Sonst muss man das Dreifache anlegen, nicht nur bei der Anschaffung, sondern sein ganzes (Fahrzeug)-leben lang. Und das für nur ein paar Tage oder Wochen offroad…?

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danieldd
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26. Februar 2018 - 20:38
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Interessant wäre jetzt (um mal nach vorne zu blicken), wie denn die Achse beim 9C oder 7C beschaffen ist, das sind ja (theoretisch) höher belastbare Fahrzeuge….

Wenn schon Umbau „extrem“ dann richtig — gell —

Wenn ich den Fuso mit voll beladener Mulde im Gelände bewege, dann knarzt die Lenkung auch.

Wer mit durchgeschalteter Sperre auf dem Asphalt fährt hört das auch, der Fuso meldet sich schon auch, wenn es ihm zuviel wird……

Auch die hochgelobten Unimöge sind keine Wunderwaffen…. Und die MAN etc sind neben teuer eben auch sperrig. Somit sind wohl die aller meisten mit dem Fuso gut bedient. Was etwas unter den Tisch fällt, scheint die gute Kabine zu sein, was ja auf langer Reise auch nicht ganz ohne ist.

Fazit: Genaues hinschauen auf die Bewegten Teile und Wartung ggf erhöhen. Bis dato taugt der Fuso recht gut.

Gruß Daniel

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Marcopolo
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26. Februar 2018 - 20:54
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Lieber Gode,

was du hier verständlich, plausibel und ohne pointierende Polemik zur Sache berichtest, ist wirklich meine Hochachtung wert. Ich denke, dass ich im Thema, wie du richtig weißt, sehr am schwanken bin, was primär daher rührt, dass ich einfach kein Fachmann bin, aber den Wunsch nach einem offroad-Allrad (allerdings nicht der Suche nach Hardcore) tauglichem Vehicle habe, um dann gerüstet zu sein wenn es … naja jetzt kann jeder hinein interpretieren was man auf Wegen und Pisten antrifft.

Sehr wohl bin ich schnell zu begeistern und da beginnt in mir die Spontanität. Wenn ich dann nachdenke, ist es wirklich Sinnig, dass ein leichtes und preiswertes Fahrzeug nicht gleichermaßen sein kann wie ein Fahrgestell mit vorneweg 4-6t (leer).

Von daher ist es gut, dass ich Zeit habe und planen, suchen und überlegen kann.

Der Frage nach wieviel offroad brauche ich, scheint mir (für uns) zur Schlüsselantwort zu werden.

Also danke für die „Balance im Ballett“

Lg

vomUjo

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Gode_RE
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26. Februar 2018 - 21:31
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Ja, Ujo. Wie Daniel schon schreibt, ist es desweiteren auch eine Frage des Umgangs damit. Man kann auch mit dem Fuso echte Herausforderungen bewältigen – so wie man auch mit nem Unimog stecken bleiben kann. Ist halt auch ne Frage des fahrerischen Könnens und Gefühls für das Material und phsyikalische Zusammenhänge, nicht nur des Fahrzeugs.

Es ist gut, dass Du/Ihr überlegt und abwägt. Haben wir auch. Nur irgendwann stellt sich die Frage – denkst Du noch oder reist Du schon… *lach*

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Harry
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28. Februar 2018 - 18:26
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Als „nur Nutzer“ und Laie was Aufbaurichtlinien betrifft kann ich nur sagen, dass sich unser FUSO bislang in allen Lebenslagen gut geschlagen hat.

Er hat weder bei über 40° Hitze noch bei -25° Kälte gemuckt, fährt sich auf der Straße wie ein Transporter, hat einen kleineren Wendekreis als mein MINI mit Sportfahrwerk, auf Island haben wir ihn gut 2 Wochen ohne Schonung durchs Hochland gejagt und hatten keine Stelle, an der wir hätten aufgeben müssen. Die Verwindung ist super, da hebt das Auto keinen Fuß von der Erde.

Und obwohl unser Getüm von Anfang an Einzelbereift war, hat FUSO keinerlei Zicken gemacht (das Auto stand eine Weile bei FUSO Deutschland in Stuttgart auf dem Hof und da ging es ums Fahrwerk…).

Mit den inzwischen verfügbaren Dämpfern und Federn fährt sich das Ganze sehr angenehm, obwohl eine schwere Kabine drauf sitzt und wir mit 3 Personen und vollem Gepäck die 6,5 t ausreizen.

VG Harriet

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FUSEL
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23. März 2018 - 11:09
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@Gode_RE

Lieber Gode,

danke für Deine Anteilnahme und Deine Gedanken zu Fahrzeug und Hersteller. 

Gerne beantworten wir Dir noch Deine Frage: Wie kam es dazu, dass Aufbaurichtlinien nicht eingehalten wurden? So, wie wir es mittlerweile verstanden haben, ist „unser“ Fuso Canter kein Einzelfall, sondern es ist vielmehr die Regel, dass Aufbaurichtlinien nicht beachtet und die vorgeschriebenen Freigaben nicht eingeholt werden. Dies wird mit der „eigenen Erfahrung“ der Aufbauhersteller gerechtfertigt. Die guten Beziehungen zum lokalen TÜV unterstützen diese arrogante Einstellung. Solange wie der TÜV keine Freigabe des Fahrzeugherstellers verlangt, entscheidet er selber im eigenen Ermessen. In unserem Fall allerdings können wir nachweisen, dass der TÜV-Prüfer weder die Aufbaurichtlinien geprüft und/oder die UBB des Herstellers angefordert noch das Fahrzeug überhaupt gesehen hat und die beiden uns vorliegenden Gutachten inhaltlich falsch sind. Die Fahrzeughersteller verfolgen die Nichteinhaltung nicht aktiv, sondern reagieren nur im Schadenfall entsprechend.

Danke auch für Deine umfangreichen Ausführungen zum Fuso Canter 4×4! 

 

@danieldd

 

Lieber Daniel,

wie recht Du hast! Nochmal vielen Dank für das Teilen Deiner Dokumente, aus denen hervorgeht, dass Fuso/Daimler „unseren“ Fuso überhaupt nicht freigegeben hat; vielmehr ganz deutlich macht: so nicht! Während des Verkaufsprozesses wurden wir davon überzeugt, dass der Fuso technisch nicht mal annähernd an seine Grenze komme, schließlich gäbe es ja eine maximale Achslast von 8,8 t (vorne 2,8 t, hinten 6 t) und nur die Achslast würde zählen. In späteren Diskussionen mit dem Aufbauhersteller und dem technischen Leiter TÜV Süd wurden immer nur Einzelpunkte betrachtet, aber nie das Gesamtfahrzeug, sprich: Achslast + größere Räder (!) + Aufbaumaße (vor allem die Höhe) + GEWICHT. 

Grundsätzlich sollte man seinen Aufbauhersteller um Aushändigung der Herstellerfreigabe auffordern, wenn einem die Verkehrssicherheit und die Garantie wichtig sind.

 

@Marcopolo

Hallo Ujo,

der Aufbauer ist WOELCKE und auf unserer Webseite berichten wir ausführlich über die Bauphase und die unglaubliche Anzahl von Mängeln, die ein Hersteller mit damals 27jähriger Erfahrung produzieren kann. Bei diese Mängeln handelt es sich nicht um vernachlässigbare kleinere Fehler, sondern vielmehr um grundsätzliches technisches Unverständnis, um grobe Missachtung der Einbauvorschriften (zB Dieselheizung, nicht isolierter Alkoven durch Ausschneiden des Bodens) und erstaunlicherweise werden diese Fehler immer wieder gemacht. Und ja, auch wir waren überrascht, dass dieser Aufbauhersteller keinerlei Freigaben einholt. Das konnten wir uns nicht vorstellen. Dass es überhaupt im bürokratischen Deutschland so etwas geben kann, ist uns unverständlich.

Wir haben einen Führerschein für den LKW gemacht; es war wider Erwarten weniger aufwendig und vor allem günstiger als gedacht. Unser jetziger Benz wiegt vollbeladen mit vollen Tanks 10,8 t (600l Diesel, 380l Frischwasser). Will man auf unter 7,5t kommen, muss man auf sehr vieles verzichten. Viele Aufbauhersteller tricksen mit dem Leergewicht; wir haben mit eigenen Augen gesehen, wie ein IVECO 90/16 mit drei Rädern auf der Waage gewogen wurde! Aus diesem Grund sollte man nie den Angaben der Aufbauherstellern trauen!

 

@all:

Es geht gar nicht darum, ob ein Fahrzeug mal „Offroad“ fahren kann, sondern ob es das AUF DAUER auch unbeschadet übersteht. Um den Fuso Canter 4×4 scheinbar geländegängig zu machen, sind – wie hier im Forum mehrfach schön dokumentiert – zahlreiche Umbaumaßnahmen zB an Federn, Stoßdämpfer, Räder, Leistungssteigerung, Achsaufhängung notwendig. Spätestens durch die Leistungssteigerung erlischt die Betriebserlaubnis sowie die Herstellergarantie. Damit ist auch der günstigere Preis gegenüber vollwertigen 4×4-Fahrzeugen Augenwischerei. Der Fuso ist nur für eine Laufleistung von 300.000 km ausgelegt, die LKW von MAN oder Mercedes weit über 1 Mio!

 

Viele Grüße aus Aserbaidschan,

Nicole & Alex

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danieldd
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23. März 2018 - 20:05
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Hallo kleiner Einwand zur Auslegung der Laufleistung:

Diese „Werte“ sind theoretischer Natur. Es werden aus Verschleiß Daten von (Einzel) Messungen diese berechnet.

Sonst könnte man nie ein Produkt entwickeln, weil man für den Test jeweils die gesamte Lebenszeit über alle Fahrzeuge abwarten müsste. Die Statistik hat da einige Verfahren dafür entwickelt, so kann man aus 5 Bauteilen innerhalb von 1000 Stunden Belastungsprofil über Temperaturen eine Lebenszeit von 150 000 km und 10 Jahren „zurückschätzen“ und das wird über alle produzierten Fahrzeuge angerechnet, auch wenn man pro Jahr 5 Millionen davon baut – Also Obacht bei solchen Werten.

Die MAN und CO, welche im wesentlichen schon seit Jahrzehnten fast unverändert gebaut werden haben ERFAHRUNG intus. Ein relativ neuer Aufbau, wie der neue Canter hat das noch nicht. Selbst Toyota, der ja immer so stolz auf seine Philosophie mit möglichst wenig Änderungen war, musste lernen, dass man sich nicht gegen den Fortschritt stellen kann, und wenn man den Anschluß verpasst, und dann der Technik nach hechtet, man viele viele teure Fehler machen kann.

Fahrzeugtechnik ist immer ein „Tradeoff“ zwischen robust, langlebig und aktuell und eben auch anfälliger….

 

Gruß Daniel

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Carlo
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14. Mai 2018 - 18:21
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Liebe Nicole, lieber Alex,

 

wie Ihr wisst, verfolge ich schon längere Zeit Euren Reisen und lese regelmäßig sehr interessiert die Berichte. So natürlich auch den Teil: „Was mit unserem FUSO geschah“ vom 20.2.2018. Hier habe ich lange überlegt, was und wie ich darauf antworte.

Ich kann absolut nachvollziehen, daß Eure eigenen persönlichen Erfahrungen mit dem FUSO und die Verkettung so vieler unglücklicher Umstände ein absolutes Desaster waren. Und ich habe absolutes Verständnis dafür, daß Ihr danach das Vertrauen in das eigene Fahrzeug restlos verloren habt und es nur noch loswerden wolltet. Das ginge mir in Eurem Fall ganz sicher genauso.

Warum alles so gekommen ist, darüber habt Ihr genug geschrieben und hier will ich mich mit eigenen Bemerkungen gar nicht beteiligen.

Daß Ihr Euren eigenen Frust aber derart verallgemeinert und den FUSO als Basis für ein Fernreisefarhrzeug damit grundsätzlich infrage stellt, das geht dann doch zu weit und verunsichert Viele, die sich mit diesem Thema befassen.

Was Ihr hier zum Teil schreibt ist absolut polemisch und stimmt einfach nicht.

Fernreisefahrzeuge sind immer Einzelanfertigungen und keine Ware „von der Stange“. Jedes hat Vorteile und Nachteile, hat besondere Fähigkeiten und Eigenschaften und natürlich auch seine Grenzen. Ich gebe zu, daß es schwierig ist, diese Kompromisse für sich zu finden, gerade wenn man – so, wie auch Ihr anfangs – wenig Erfahrung hat. Es ist ähnlich wie beim Hausbau, erst beim Dritten stimmt dann fast alles.

Den FUSO 4×4 in seiner jetzigen Ausführung gibt es ja noch nicht so lange und damit ist auch die Anzahl der darauf aufgebauten Fernreisefarhrzeuge überschaubar. Es ist völlig normal, daß es je nach Einsatzzweck individuellen Optimierungsbedarf gibt, den jeder für sich selbst entscheiden muß. Das ist schwierig und hier bezahlt man auch schon mal Lehrgeld. Nicht alle Entscheidungen kann einem der Aufbauhersteller dabei abnehmen.

 

So viel zum Allgemeinen, nun zum Speziellen:

Auch wir haben – wie manche wissen – einen FUSO 4×4 mit einem Aufbau von Woelcke und sind damit absolut zufrieden. Über 50.000 km sind wir bisher in unterschiedlichsten Ländern der Welt unterwegs gewesen, zur Zeit im südlichen Afrika. Wir sind überall gefahren, Straßen, Pisten, Wüste, Buschland, unbefestigte Wege und auch anspruchsvolle off-road-Strecken – die Grenzen wurden nicht durch die Fähigkeiten des Autos bestimmt, sondern höchstens durch seine Größe. Der eine oder andere Ast mußte im afrikanischen Busch daran glauben, weil wir einfach zu hoch oder zu breit waren.

Wir hatten niemals ersthafte technische Probleme, die durch die Nutzung des Fahrzeuges bedingt waren. Die Kabine und die darin verbaute Technik bewährt sich 100%-ig. Bis auf Kleinigkeiten funktioniert alles wie am Anfang, das zeugt von der großen Erfahrung und der Qualität des Aufbauherstellers. Mit der Firma Kunzmann in Stockstadt haben wir einen absolut kompetenten Partner für die Fahrzeugoptimierung gefunden. Die technischen Veränderungen am Fahrwerk haben sich bestens bewährt.

Ich möchte kein anderes Fahrzeug haben.

Ich muß hier einfach eine Lanze brechen, FÜR den Fuso. Er hat so viele gute Eigenschaften, und eignet sich als Basis für ein größeres Fernreisemobil bestens. Bei einem vernünftigen Aufbau hat man sehr gute und realistische Zuladungsmöglichkeiten und bleibt trotzdem unter 7,5 t – ein ganz entscheidender Vorteil für alle, die mit ihrem PKW-Führerschein solche Autos fahren dürfen und aus unterschiedlichsten Gründen keinen LKW-Schein haben. Der FUSO fährt sich leicht, fast wie ein Transporter – für Manche, die Respekt vor einem großen und 2,50 m breiten LKW haben, ist das auch ein Grund.

Der FUSO ist in vielen Ländern vertreten, viel mehr als in Deutschland, dementsprechend gibt es auch ein verbreitetes Servicenetz.

Und ganz ehrlich: wenn man sieht, wie diese Fahrzeuge in anderen Ländern beladen sind und unter welchen Bedingungen sie genutzt werden – das könnte nicht funktionieren, wenn sie so empfindlich wären, wie Ihr behauptet.

Ich könnte hier noch eine ganze Reihe positiver Eigenschaften des FUSO aufführen aber der Kommentar sollte auch nicht zu lang sein, Manches steht auf meiner Internetseite.

 

Ich kann nur Jedem, der sich mit diesem Thema befassen möchte, raten, nicht nur auf eine Meinung zu hören. Das ist immer gut!!!

  

Viele Grüße     Carlo

  

Und noch etwas Schönes zum Lesen in diesem Zusammenhang: 

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Fusianer
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15. Mai 2018 - 0:20
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Hallo Carlo,

Du sprichst mir absolut aus der Seele! Auch ich habe sehr lange überlegt, ob und wie ich zu diesem Thread Stellung nehmen soll und ähnlich wie Du habe ich mit manchen Aussagen von Nicole und Alex so meine Schwierigkeiten und empfinde sie als unzulässige Verallgemeinerung bzw. wenig hilfreiche Allgemeinpositionen.

Unser Getüm hat zwar erst 45.000 km auf dem Buckel, aber wie Harry weiter oben schon beschrieben hat, hat es uns bisher noch nirgendwo im Stich gelassen. Wir sind schon viel schlechte Straßen, Pisten und Off-road gefahren, genauso wie schnee- und eisbedeckte Strecken im Winter am Polarkreis und all dies ohne Pannen, Steckenbleiben oder dass wir wegen unseres Autos nicht hätten weiterfahren zu können.

Wir haben eine große Kabine von dem gleichen Aufbauer, einen langen Radstand, von Anfang an Single-Bereifung und all das funktioniert für uns ohne Probleme. Über unsere Last mit dem Fahrwerk haben wir hier im Forum ausgiebig geschrieben und auch hier haben wir eine gute Lösung gefunden, an der sich auch Mercedes beteiligt hat – trotz Single-Bereifung!

Unser Aufbau hat sich im Sommer wie Winter sehr gut bewährt und kleinere, teils nutzungsbedingte Defekte sind immer kulant und professionell von Woelcke behoben worden.

In Bezug auf den Fahrgestellservice haben wir Höhen und Tiefen erlebt, im Ergebnis aber mit Autohäusern wie Kunzmann in Stockstadt, Breitenwischer in Stahnsdorf oder Weitmann & Wortmann hilfsbereite und kompetente Servicepartner gefunden, die einen nicht im Stich lassen, mit Rat und Tat zur Seite stehen und im Falle von Kunzmann durch die FUSO-Workshops sogar fit machen für Fahrten abseits etablierter Service-Infrastruktur.

Jetzt mag man mir vielleicht vorhalten, dass Island, winterlicher Polarkreis und der Balkan keine wirklichen Fernreisen sind und unsere Erfahrungen in so fern gar nicht relevant sind. Da wären dann allerdings auch noch die anderen FUSOs von genau dem gleichen Aufbauer, die auf der Seidenstraße unterwegs waren (bzw. andere derzeit sind), Nord- und Mittelamerika bereist haben oder viele Tausend Kilometer in Südamerika in großen Höhen und auf schwersten Tracks zurückgelegt haben. Hier reden wir dann nicht nur über schlechte Straßenverhältnisse, die sowohl die FUSOs als auch die Kabinen unbeschadet überstanden haben, sondern auch über extreme Höhen und abenteuerliche Dieselqualitäten, mit denen die Fahrzeuge zurecht kommen mussten. Leider schreiben die Crews dieser Fahrzeuge nicht so viel und leidenschaftlich über diese positiven Erfahrungen wie andere über Ihren Ärger, ich konnte mir diese Fahrzeuge jedenfalls mit eigenen Augen ansehen und die Besitzer haben nicht das geringste Interesse daran, Ihre Mobile zu verkaufen.

Ich will damit sagen, es ist nicht alles schwarz oder weiß und alberne Aufkleber hin oder her, so wie unzählige Allrad-FUSOs, die gnadenlos als Lastesel durch das australische Outback geprügelt werden oder heillos überladen auf afrikanischen und asiatischen Lehmpisten rumfahren, gibt es nicht wenige Fernreisemobile auf FUSO-Basis, die erfolgreich auf der ganzen Welt unterwegs sind.

Der (Allrad-)FUSO mag kein Extrem-Off-road taugliches Fahrzeug sein, ein Weltreisefahrzeug kann es in meinen Augen durchaus sein.

@Nicole & Alex: Zunächst mal freue ich mich für Euch, dass Ihr mit Eurem Benz nun das für Euch passende Reisemobil gefunden habt und wünsche Euch eine stets unfallfreie Fahrt. Ich habe auch volles Verständnis für Euren Frust über all die Dinge, die bei Euch schief gelaufen sind. Die indirekte Behauptung in dem von Euch verlinkten Bericht auf Eurem Blog, jeder der nicht schlecht über seinen Fuso redet, würde lügen, um sein (mangelhaftes) Fahrzeug weiterverkaufen zu können, empfinde ich persönlich allerdings als eine in höchstem Maße beleidigende und böse Unterstellung, die so nicht stimmt.

Viele Grüße, Olly 

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Gode_RE
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15. Mai 2018 - 2:35
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Nun ja, auch wir „Zufriedenen“ müssen aufpassen, das wir nicht unsererseits mit unseren Erfahrungen generalisieren. Alex und Nicole haben das mit ihrem Fahrzeug so erlebt, und so wird es daher in aller Dramatik auch gewesen sein. Die Woelke „Serienfahrzeuge“, die die meisten hier fahren, sind auch ein anderes Kaliber, wenn ich die Fotos von Alex und Nicole richtig deute. Deren Fahrzeug scheint mir ähnlich wie meines ne ganze Nummer größer und länger gewesen zu sein, als die sonstigen 4×4 hier im Forum. Wer weiss, ob sich nicht vielleicht bei der Länge der Fahrwerksumbau eben doch ganz anders ausgewirkt hat, als bei nem kürzeren und kleineren Fahrzeug. 

Ich glaube, dass die meisten unbedarften Leser ihres Blog die frustrierte Generalaussage über die Tauglichkeit des Fusos wohl richtig verstehen werden. Wer solch katastrophale Erfahrungen gemacht hat, bei dem kann ich nachvollziehen, dass in solchen Generalverwünschungen der ganze Frust nach oben kommt. 

Ich kann sagen, dass ich mit meinem Vorgängerfahrzeug Iveco Daily ähnliche Erfahrungen gemacht habe, wie Nicole und Alex. Und dass ich mir auch zum Schluss die generalisierende Frage gestellt hatte, ob der Iveco überhaupt ein taugliches Fahrzeug ist. Da hat mir überhaupt nichts genützt, wenn mir andere Iveco-Besitzer geschrieben hatten, dass sie solche Erfahrungen nicht gemacht haben. Schön für die!   

Alex und Nicole sind damals gestartet mit demselben Herzblut wie wir, nämlich sich den Traum von einem Fernreisemobil zu erfüllen. Zwischenzeitlich haben sie viel Leid erfahren und sich dann schließlich für ein anderes Fahrzeug entschieden. Dennoch sind und bleiben sie Fernreisemobilisten, wie wir. Nur halt jetzt mit nem anderen Fahrzeug. Und deren Überziehungen in den Leidschilderungen kann ich so stehen lassen, wie sie´s geschrieben haben. Ich hätte es ähnlich frustriert ausgedrückt…

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15. Mai 2018 - 8:46
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Hi Gode,

der FUSO hat Stärken und Schwächen, wie jedes andere Fahrzeug auch. Das „perfekte“ Fahrzeug gibt es meiner Meinung nach nicht und es war nicht meine Absicht, den Eindruck zu erwecken, ich hielte den FUSO für perfekt. Ich glaube, hier im Forum habe ich auch schon oft genug gezeigt, dass ich sowohl Licht als auch Schatten anspreche.

Was für mich überhaupt nicht geht, sind generalisierte Unterstellungen an alle FUSO-Fahrer.

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Gode_RE
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15. Mai 2018 - 15:17
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Prima, damit sind ja von allen Seiten alle Perspektiven zum Ausdruck gekommen. An der Sache zu ändern ist im Einzelfall nichts, aber für sich kann jeder einzelne daraus an Lehren ziehen, was für ihn nützlich ist. Insofern ist auch diese Auseinandersetzung wertvoll gewesen. Vielleicht lassen wir es daher auch dabei bewenden und zerreden den persönlichen Lernerfolg nicht weiter. Ich würde mich mit Euch allen jedenfalls viel lieber über Entwicklungsfortschritte in unserem gemeinsamen Fernreisemobilhobby austauschen und mit Euch allen unsere schönen Fahrzeuge geniessen und feiern.

 

LG Gode

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FUSEL
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23. Mai 2018 - 7:23
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Fusianer sagt
Hi Gode,

der FUSO hat Stärken und Schwächen, wie jedes andere Fahrzeug auch. Das „perfekte“ Fahrzeug gibt es meiner Meinung nach nicht und es war nicht meine Absicht, den Eindruck zu erwecken, ich hielte den FUSO für perfekt. Ich glaube, hier im Forum habe ich auch schon oft genug gezeigt, dass ich sowohl Licht als auch Schatten anspreche.

Was für mich überhaupt nicht geht, sind generalisierte Unterstellungen an alle FUSO-Fahrer.  

Hallo Olly,

wir berichten lediglich von unseren Erfahrungen, die nun wahrheitsgemäß nicht angenehm sind. Unsere „generalisierten Unterstellungen“ beschränken sich nicht nur auf FUSO-Fahrer, sondern sind noch genereller! Wir haben mehrfach erlebt, wie Dinge mit hochlobenden Worten verkauft wurden, mit denen der Verkäufer so gar nicht zufrieden war. Wirst Du auch kennen, oder?

Alle, die mit Euro-5/6 Fahrzeugen nicht DIN-590 Diesel (also stark schwefelhaltig) tanken und dies beim Verkauf verschweigen, gehören insbesondere zu diesen Verkäufern. Eine technische Erklärung weshalb dies problematisch ist, hat das Fachmagazin Explorer (Ausgabe in 2015) beschrieben. Außerdem steht ausdrücklich in den Garantiebedingungen von Fuso, dass jener spezielle Diesel ZWINGEND zu tanken IST. 

Ein konkretes Beispiel möchte ich Dir hier jedoch mit folgenden Auszügen meiner E-Mail-Kommunikation mit einem Fuso-Fahrer, der allen Ernstes weiterhin den Fuso Canter 4×4 (Euro6) als Fernreise/Expeditionsmobil mit hervorragenden Leistungen im Offroad-Bereich anpreist, obwohl er selbst die Erfahrung gemacht hat, dass sein Fahrzeug wegen fehlenden Standard-Ersatzteilen wochenlang in der Werkstatt gestanden hat. UND ZWAR IN DEUTSCHLAND UND MIT SUPPORT VON FUSO SELBST!

 

***** Zitate gelöscht, da ursprünglicher Verfasser keine Erlaubnis für die Veröffentlichung einer privaten Kommunikation erteilt hat *****

 

Mal ehrlich, wie lange stand Euer Getüm eigentlich insgesamt in den Werkstätten (Woelcke, 2xÖlverlust, sämtliche Fahrwerksprobleme,…)?

Ich hoffe, dass meine Ausführung mehr Klarheit in unsere Aussage bringt und dass wir es nicht in Ordnung finden, wenn falsche Empfehlungen dazu führen, dass sich unser Schicksal auch nur ansatzweise wiederholt.

Viele liebe Grüße und viel Erfolg in Bad Kissingen

Alex  

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Gode_RE
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23. Mai 2018 - 11:25
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Lieber Alex,

wenn Du schreibst „… dass wir es nicht in Ordnung finden, wenn falsche Empfehlungen dazu führen, dass sich unser Schicksal auch nur ansatzweise wiederholt …“ habe ich die Vermutung, dass es ein Gemisch ist zwischen „die Welt retten“ und „dem Gebaren der unlauter werbenden Verkäufer Steine in den Weg zu legen“. Wie viel davon zu welchen Anteilen verteilt ist, weiß ich nicht… 

So sehr ich nachvollziehen kann, was Dich dazu bewegt, möchte ich Dir um so mehr sagen, dass ich es trotz aller „Belege“ und Zitate von Dir für einen Einzelfall halte, der sich zwar in aller Tragik wiederholen kann (und vermutlich wird), aber garantiert nicht genau so, sondern anders. Jede Schadenskausalität verläuft anders, immer im Einzelfall, aber durchaus genauso tragisch.

 Was ich damit sagen will: Ich habe solche tragischen Berichterstattungen schon ganz viel und ganz oft gelesen, und zwar quer durch alle Marken. Es ist kein Markenproblem, sondern ein Problem des Experimentalbaus. Ich vermute, dass alle nicht zu 100% rein seriengefertigten Fahrzeuge dem Risiko unterliegen, dass daran zuhauf gepfutscht wird. Die Menschheit hat die Fähigkeit weitgehend eingebüsst, handwerklich gute Arbeit leisten zu können. In den letzten Jahren und Jahrzehnten ist das Handwerk massiv zurückgefahren worden, zugunsten bis ins Detail optimierter automatisierter Fertigungsprozesse. Ich vermute, dass man kaum ein Handwerksgewerk mehr bekommt, bei dem sich nicht hinterher teils gravierende Ausführungs- und Qualitätsmängel zeigen. Das muss man einfach wissen, wenn man sich auf das „Abenteuer Exotenfahrzeug“ einlässt.

Ich kann z.B. vom Bau meiner mittlerweile schon fünf Wohnfahrzeuge berichten, dass es keines gab, wo es nicht hinterher zu Schadensersatzprozessen kam. Gerade bei meiner Wohnkabine, die jetzt auf dem Fuso ist, habe ich eine Quote von 40% (!) an fehlerhaft oder schadhaft zugeliefertem Material, das teils erst nach dem Verbau auffällig wurde und immense Schäden hinterlassen hat. Nicht ein einzige Fremdgewerk (!) war so, wie es versprochen, beauftragt und bezahlt wurde. Das ging von nicht UV-fester Farbe über sich lösende Schließanlagen und aufreissende Koffer bis hin zu falsch dimensionierten Rädern, die insgesamt 6 (!) Reifenplatzer (einer mit Unfall!) zur Folge hatten, aufreissende Schweissnähte, defekte funkelnagelneue Elektronik, Flugrost durch Schweissarbeiten und und und … Auch so krasse Werkstattfehler wie „Blinker vertauscht“ oder Bremsscheiben aus China-Stahl, die sich beim ersten Bremsen verzogen und die ganze Bremse rausrissen … ich rede von Markenwerkstätten mit internationalem Namen und Reputation. 

Ich habe beim Bau meines Fuso einen mehrfach 5-stelligen (!) Betrag wegen Qualitätsfehlern in Handwerksleistungen und Zukaufteilen in den Sand gesetzt, und bei meinem Iveco ebenfalls. Und wenn ich in anderen Foren lese, dass es anderen genauso geht, vermag ich darin keine Besonderheit einer bestimmten Marke sehen, sondern ganz generell dem Sonderbau geschuldet. Übrigens kann ich dasselbe bei den mit uns befreundeten Familien sehen, die gerade ihr Häuschen bauen oder gebaut haben. Da findet sich derselbe Handwerkspfusch in den Gewerken wieder, wie bei unseren Fahrzeugen, mit z.T. Rissen durchs ganze Haus, weil beim Fundament schon gepfuscht wurde. Oder undicht werdende Heizungsrohre im Dachgeschoss, abbrennende Unterverteilungen wegen locker gewordenen Klemmschrauben (Materialfehler). 

Also, meiner Ansicht nach handelt es sich bei Euren Erfahrungen nicht um ein Fuso-typisches Problem. Und ich bin mir fast sicher, dass Ihr auch Mängelproblemen bei all Euren weiteren Fahrzeugen begegnen werdet. Ich wünsche Euch, dass sie nicht mehr so tragisch sind. Aber die beste „Versicherung“ dagegen ist offenbar nur noch, dass man sich selber mit den notwendigen handwerklichen Fertigkeiten ausstattet, um es selber machen zu können.

LG

Gode

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Carlo
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23. Mai 2018 - 11:54
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Lieber Gode,

klasse geschrieben. Du sprichst mir 100 %-ig aus dem Herzen und ich bestätige jedes Wort.

Eine Alternative dafür, dies alles nicht erleben zu müssen gibt es nicht – es sei denn man verkriecht sich in einer Höhle ohne jedwede Technik.

 

VG   Carlo

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23. Mai 2018 - 12:21
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Hallo Alex,

leider musste ich die Zitate aus Deinem Posting entfernen, da es sich um Auszüge aus einer privaten Kommunikation handelt und Du nicht über die Zustimmung des Verfassers verfügst, diese zu veröffentlichen. Das kann ich deshalb mit Bestimmtheit sagen, da es sich um Auszüge aus privaten Kommunikationen zwischen uns beiden handelt.

In diesen Zitaten zielst Du darauf ab, dass wir mit unserem Fahrzeug bisher auch schon einige unangenehme Erfahrungen gemacht haben. Sämtliche dieser Erfahrungen habe ich hier im Forum offen geteilt, so dass sich jeder ein Bild davon machen kann. Und ja, trotzdem wir zwischenzeitlich auch weniger gute Erfahrungen  gemacht haben, unser Auto auch schon wegen einer Ölundichtigkeit mehrfach in der Werkstatt war und das Standard-Fahrwerk alles andere als optimal für ein Reisefahrzeug ist (wie gesagt, all das ist auch hier im FUSO-Forum dokumentiert), halte ich das Fahrzeug nach wie vor für uns für passend und habe auch keine Bedenken damit lange und weite Reisen auf der ganzen Welt damit zu unternehmen. In meinem Posting habe ich ansonsten darüber hinaus ausgeführt, dass mir andere FUSO-Fahrer bekannt sind, denen es ähnlich geht mit ihrem Fahrzeug. Und ja, auch diese können nicht nur Positives über ihr Fahrzeug berichten, denn kein Fahrzeug, kein Hersteller und kein Aufbauer ist perfekt.

Dass der FUSO für Euch und Euren Einsatzzweck nicht das richtige Auto ist, ist schade und vor allem dass Ihr das erst im Nachhinein herausgefunden habt. Umso merh freue ich mich, dass Ihr mit Eurem jetzigen Auto scheinbar zurfriedener seid und ich hoffe, Ihr könnt bald Euren Frieden damit machen. Eure Sicht der Dinge habt Ihr ja in Eurem Blog und hier im Forum ausführlich dargelegt.

Viele Grüße und allzeit gute Fahrt, Olly

@All: Mein Eindruck ist, dass die wesentlichen Standpunkte in diesem Thread ausgetauscht sind. Sofern nicht noch essentielle Punkte unbeleuchtet geblieben sind, würde ich mich daher freuen, wenn wir den Thread an der Stelle schließen könnten.

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